19. Mai 2012
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Softair
Softair | Softair ab 18! | Beitrittserklärung
Warnhinweis


Allgemein
Softair bzw. Airsoft ist ein taktisches Spiel, in dem meist zwei Teams versuchen bestimmte Spielaufgaben zu erfüllen. Dabei wird mit Markierer, sogenannte Softairs oder auch Airsoftsguns (Abkürzung: ASG), die meistens realen Waffen nachempfunden werden, gespielt.

Waffen
Dabei wird in verschiedenen Klassen unterschieden. Es gibt Kurz- und Langwaffen, Granaten und Granatwerfer. Alle Markierer können mit verschiedensten Mechanismen arbeiten: Federdruck/Spring (Schuss wird durch Loslösung einer manuell gespannten Feder abgegeben), (S)AEGs (elektrische Markierer, bei diesen die Feder durch einen Motor und der Gearbox gespannt wird) oder auch durch CO2/Gas-Blowback (Schuss wird mittels Treibgas abgegeben).
Die Softairs schießen mit sogenannten BBs („BabyBullets“). Dies sind kleine Kugeln aus Kunststoff, Metall und anderen Materialien, die in den meisten Fällen 6mm Durchmesser haben und 0,12g aufwärts wiegen. Es gibt auch Abweichungen, die bei älteren oder speziellen ASGs benötigt werden. Farbmunition gibt es auch, findet jedoch kaum Verwendung, da die Kugel meist schon im Lauf zerplatzen.
Damit die BBs ihr Ziel besser treffen, gibt es verschiedene Vorrichtungen im Waffenlauf. Das verbreitetste System nennt sich Hop-Up. Dabei wird die Kugel durch einen kleinen Gummi-Noppen in Rotation versetzt und schießt daher auf kurzer Distanz etwas höher, dabei auf mittlerer Distanz sehr zielgenau und ihre Flugbahn ist etwas stabiler. Eine ähnliche Version ist das BAX-System. Dabei sind zwei Gummi-Noppen im Lauf, wodurch die BBs eine noch stabilere Flugbahn bekommen und dadurch sehr zielgenau schießen.

Altersfreigabe
Die Mündungsenergie ist für die Altersfreigabe der ASG entscheidend.
Hat die Waffe eine Mündungsenergie unter 0,5 Joule, gelten diese als Spielzeug und sind ab 14 Jahren frei erhältlich. Bei einer Energie größer 0,5 Joule ist diese erst ab 18 Jahren käuflich erwerbbar.

Verletzungsgefahr
Die Verletzungsgefahr bei Softair ist ohne entsprechende Ausrüstung hoch.
Die üblichen Verletzungen selbst sind jedoch meist harmlos und verheilen in wenigen Tagen.
Wenn ein Treffer direkt auf die Haut trifft, entstehen mückenstichähnliche Rötungen oder in seltenen Fällen blaue Flecken, Blutblasen, Blutergüsse oder kleine Platzwunden.
Schüsse, die unter die Haut gehen, sind mit üblichen ASGs nicht möglich.
Geht ein Schuss ins Auge, unabhängig der Stärke der Waffe, so kann dies sogar zur Erblindung des Auges führen. Das Tragen von einer Schutzbrille wird deshalb vorausgesetzt und ist Pflicht!

Spielarten, Sinn und Ziel
Das Ziel bei Softair ist es, das Missionsziel zu erreichen. Dieses ist von Mal zu Mal unterschiedlich.
Es gibt verschiedene Spielmodi. Man kann gegen einen imaginären Gegenspieler vorgehen, um Taktik und Teamkommandos zu trainieren, oder man spielt gegen ein anderes Team. Bei Letzteren gelten besondere Regeln. Wird ein Mitspieler durch einen direkten Treffer, der also nicht durch einen Abpraller entstanden ist, getroffen, so muss dieser ein Zeichen geben. In den meisten Fällen ruft man „Hit!“. Anschließend muss der Getroffene je nach Missionsregeln aus dem Spielfeld austreten oder muss an Ort und Stelle warten, bis ein Sanitäter kommt und den Mitspieler zurück in das Spiel holt.
Je nach Spielregeln werden auch Treffer an der Waffe und am Helm als „Direkttreffer“ gewertet.
Sinn der ganzen Sache ist es, zusammen mit seinem Team die Aufgaben zu meistern. Es ist nicht Sinn und Ziel, Milizen (Paramilitärs) auszubilden oder zu trainieren. Es ist ein Sport.
Anders als bei z.B.: Paintball, wo man die Treffer in Form von Farbflecken sieht, fordert Softair einen hohen Grad an Fairness. Ebenso ist einen guter Sports- und Teamgeist die Grundvoraussetzung.

Spielfeld
Gespielt wird meisten im freiem Gelände oder auch in alten großen Fabrikhallen, aber auch in allen möglichen anderen Geländetypen. In allen Fällen muss das jeweilige Gebiet aus Sicherheitsgründen abgegrenzt werden, um Passanten beim Ausführen des Sports nicht zu verletzen. Ebenso ist es wichtig, dass das Gelände, auf dem man spielt, befriedet ist, damit man keinen Haus-/ Landfriedensbruch begeht.

Reenactment und MilSim
Nicht selten wird bei Softair auch das so genannte Reenactment und MilSim betrieben.
Bei Reenactment handelt es sich um eine möglichst detailgetreue Nachahmung einer real existierenden Militär- oder Polizeieinheit. Dabei ist es nicht selten, dass teure Originaltextilien importiert werden, weswegen Reenactment in seiner kostenintensivsten Form für Einsteiger und Gelegenheitsspieler nicht sehr zu empfehlen ist.
Das spielerische Pendant dazu nennt sich MilSim (Military Simulation). Dabei werden meist Szenarien gespielt, die auf realen Tatsachen beruhen oder zumindest sehr realistisch gespielt werden. Dazu zählt neben dem authentischen Outfit auch eine authentische Umsetzung der Regeln. Dabei werden auch bestimmte Regeln für die Stärken verschiedener Markierertypen wie Pistole und Scharfschützengewehr berücksichtigt, sodass z.B.: eine Pistole um ein Vielfaches schwächer sein muss, als ein Scharfschützengewehr. Auch wird Munition pro Magazin beschränkt, um so real wie möglich die Simulation durchzuführen. Bei MilSim steht meist in erster Linie nicht der eigentliche Markiersport im Vordergrund, sondern die Authentizität des Szenarios im Bezug auf reale Vorbilder.

Missbrauch
Softair steht allgemein unter einem schlechten Stern. Vor allem Jugendliche sehen den Sport zu locker und führen die Waffen sogar in der Öffentlichkeit, was verständlicherweise verboten ist. Dadurch werden oft Polizeieinsätze durch Passanten provoziert.
Ein anderer schwerwiegenderer Fall ist, dass viele Straftäter, bevorzugt bei Überfällen, Softairs als Attrappe für echte Waffen verwenden. Äußerlich sind die Modelwaffen kaum von realen Waffen zu unterscheiden und Polizeibeamten können sogar im Zweifelsfall scharf schießen.
Auch die Medien rollen den Fall Softair immer wieder auf. Dabei wird der Sport oft oberflächlich betrachtet und oft nur als „negativ“ dargestellt. Sie werten es meistens als ein Kriegspiel, wobei man bedenken muss, dass man Krieg nicht spielen kann.
Dabei ist Softair als Sportart viel harmloser und sicherer als vergleichsweise Boxen. Jedoch werden immer nur die Missbräuche und grobe Verstöße im TV gezeigt.
Bislang bleibt Softair, verständlich, sehr umstritten.

Gesetzliche Lage
In Deutschland gelten folgende gesetzliche Bestimmungen im Bezug auf Softair:
- Bei E≤0,08 Joule sind die Markierer als Spielzeug definiert und dürfen ohne Altersbeschränkung geführt* werden.
- Bei E≤0,5 Joule sind die Markierer als Spielzeug definiert und dürfen ab 14 Jahren frei gekauft und geführt* werden.
- Bei E>0,5 Joule und E≤7,5 Joule sind die Markierer als Sportwaffe definiert und dürfen ab 18 Jahren frei gekauft und geführt* werden.
- An der ASG darf keine gerichtete Lichtquelle (Taschenlampe, Laserpointer, ...) fixiert werden.
- Bei E>0,5 Joule muss die ASG mit einem F im Fünfeck gekennzeichnet sein und darf maximal semiautomatisch schießen. Hat sie weniger als 0,5 Joule, dann darf sie auch vollautomatisch schießen.
- Im Gelände muss mit Bio-Munition geschoßen werden, da dies sonst Umweltverschmutzung wäre.
- Auf Tiere bzw. unbeteiligte Personen darf nicht geschossen werden - anderenfalls macht man sich der Tierquälerei bzw. der Körperverletzung strafbar.
- Die Uniform darf keine Rangabzeichen einer Militär- oder Polizeieinheit haben. Damit sind Schulterklappen und Kragenspiegel als Zivilist verboten. Nationalflaggen sind erlaubt.
- Da Markierer mit E>0,5 Joule mit Sportwaffen gleich gesetzt werden, müssen diese zugriffssicher transportiert werden. Munition und Magazin müssen vom schussfähigen Teil der Markierer getrennt transportiert werden.
- Man darf Softair ausschließlich auf privatem Grundstück betreiben oder mit Genehmigung des Grundstückeigentümers die ASGs auch auf fremden Boden führen. Es darf aber keine abgefeuerte Kugel das Gelände verlassen können. Zudem darf man in das Gelände nicht einsehen können - Absperrband reicht daher nicht für ein legales Spielen auf dem Gelände aus! Wird dies alles eingehalten, kann man von einem befriedetem Gelände ausgehen.

-* §42a WaffG besagt: Anscheinswaffen dürfen in der Öffentlichkeit nicht geführt werden! Sobald eine ASG auf den ersten Blick wie eine echte Waffe aussieht, ist das Führen in der Öffentlichkeit strafbar. Das gilt für alle Markierer - auch die, die ab 14 frei erwerbbar sind.


Links:
Für mehr Informationen über Softair, klickt auf folgende Links:
- Softair (Spiel) (Wikipedia)
- Softair (Markierer) (Wikipedia)

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